
Herzlich Willkommen im Kulturforum Burgkloster

mit Museum für Archäologie
Das Burgkloster zu Lübeck gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Klosteranlagen Deutschlands. Erbaut wurde es ab 1229 von dem Bettelorden der Dominikaner auf dem nördlichen Altstadthügel, wo sich schon zur römischen Kaiserzeit Besiedlungsfunde nachweisen lassen und vom 7. bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts eine slawische Burg stand, die anschließend dem deutschen und von 1201 bis 1225 dem dänischen Stadtherren als Sitz diente.
Die dänische Herrschaft, die sich heute als eine Blütezeit der Stadt darstellt, wurde in der Schlacht zu Bornhöved am 22. Juli 1227 endgültig abgeschüttelt. Nach einer Legende half Maria Magdalena, die Schutzpatronin des Tages, den Lübeckern und ihren Verbündeten den Sieg zu erringen, indem sie eine Wolke vor die Sonne zog, wodurch diese nicht mehr geblendet wurden. Zum Dank wurde das Maria-Magdalenen-Kloster an der Stelle der alten Burg errichtet.
Maria Magdalena hat als Schutzpatronin der Stadt sogar die Reformation überlebt, aber der Name des Klosters konnte sich nie durchsetzten. Im Volksmund blieb es immer das „Burgkloster". Im „Gefängnishof" des Burgklosters erinnert eine Plastik von Kiki Smith an die Namenspatronin.
Für rund 300 Jahre standen die Dominikaner der Lübecker Bevölkerung als Prediger und Beichtväter zur Seite. Reiche Spenden flossen dem Kloster zu, Altäre und Kunstwerke wurden gestiftet. Die Klosterkirche musste1818/19 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die in der Burgkirche enthaltenen Kunstschätze bilden heute das Fundament der einzigartigen Sammlung sakraler Kunst im St. Annen-Museum.
Nach der Reformation diente das Gebäude der Stadt als Armenhaus. Von 1893 bis1897 wurde der Klosterkomplex umgebaut. An der Stelle der ehemaligen Wirtschaftsgebäude wurde das neugotische Gerichtsgebäude an der Großen Burgstraße errichtet, das Obergeschoss des ehemaligen Klosters abgerissen und zu einem Gerichtssaal mit Untersuchungshaftzellen umgebaut. Während des „Dritten Reiches" war das Burgkloster durch die Inhaftierung und Verurteilung von Juden, von politischen und religiösen Gegnern des Regimes - wie der vier Lübecker Geistlichen, die 1943 hingerichtet wurden, - Schauplatz nationalsozialistischen Unrechts.
Nach Auszug des Gerichtes 1962 wurde die Klosteranlage von 1976 bis 1990 restauriert. Erhalten sind die Gewölbekeller und die eindrucksvollen gotischen Räume des Erdgeschosses. Hier sind bedeutende Wand- und Deckenmalereien sowie vielfältiger mittelalterlicher Bauschmuck zu besichtigen. Einen Einblick in die jüngere Vergangenheit vermitteln der Schöffengerichtssaal und zwei Untersuchungshaftzellen im Obergeschoss.
Heute ist das Kulturforum Burgkloster mit dem Museum für Archäologie ein Ort lebendiger Auseinandersetzung mit ständigen und wechselnden Ausstellungen zu Archäologie, zur Geschichte der Hanse und des Ostseeraums, der Zeitgeschichte wie zur bildenden Kunst und Kulturgeschichte. Vorträge, Kolloquien, Lesungen, musikalische und szenische Darbietungen finden Raum in dem wunderbaren historischen Ambiente des ehemaligen Klosters. Im Kreuzgang-Innenhof lädt der Kräutergarten, der nach dem Vorbild des im 9. Jahrhundert lebenden Abtes Walahfrid Strabo eingerichtet wurde, zum Verweilen ein.
Die Dauerausstellung „Pfeffer & Tuch für Mark & Dukaten" - Der Schatz des Hansekaufmanns im historischen Gewölbekeller rankt sich um den großen Münzschatz, der 1984 in der Lübecker Innenstadt gefunden wurde, und erzählt vom Handel der einst mächtigen Hanse, vom Geldverkehr und von der Entwicklung des Münzwesens seit fast über 1000 Jahren.
Die ständige Fotodokumentation „ ... dahin wie ein Schatten" - Aspekte jüdischen Lebens in Lübeck im Gerichtssaal berichtet über die Schicksale jüdischer Menschen in Lübeck von 1665 bis heute.
Im Museum für Archäologie, dem früheren Beichthaus des Klosters, werden die Ergebnisse der Ausgrabungen präsentiert, welche Lübeck zur archäologisch best erforschten Stadt Nordeuropas machen. Viele Funde spiegeln den mittelalterlichen Alltag von Lübeck wider: Die Utensilien des Pestarztes zeugen von den Schattenseiten des Lebens, während der orientalische, goldemaillierte Glasbecher die Freude des mittelalterlichen Lübecker Kaufmanns an schönen und exotischen Dingen sowie seinen Reichtum sichtbar macht, der erlaubte, solche Kostbarkeiten zu kaufen.
Neben dem Blick auf das Mittelalter, in dem Lübeck als Königin der Hanse auf dem Höhepunkt seiner Macht war, erhalten die Besucher ebenfalls Kenntnisse über die frühen Epochen der Stein- und Bronzezeit.
Der „Förderverein Museum Burgkloster e.V." und die „Archäologische Gesellschaft" unterstützen engagiert die Arbeit des Hauses.



